Für das Folgeprojekt „Kindheits-Bilder“ wurde eine Konzeption entwickelt, die neue Kindheitsprojekte initiieren möchte.
Die Veranstaltungen:
Lesung und Gespräch
Für diese Veranstaltungsreihe wurden fünf AutorInnen zu je einer Vormittagsveranstaltung mit einer Schulklasse (Klassenstufe 9 und 10) eingeladen.
Bei dieser Veranstaltung stellten sie ihren autobiographischen Text in einer Lesung vor. Daran schloss sich ein Gespräch an, das sich um den Text drehte, aber auch um die Thematik: Autobiographisches Schreiben, Fiktionalität „Erfinden“ von Geschichten, Erzählen von Kindheit, etc.
Schreibwerkstatt
Anschließend wurden die Jugendlichen (hier Klasse 9 und 10) selbst aktiv.
Nach einer Aufwärmphase wurde gemeinsam überlegt und diskutiert:
An welche Ereignisse, Momente, Personen der eigenen Kindheit erinnert man sich?
Wie könnte man so eine Erinnerung beschreiben?
Wie beginnt man so einen Text?
Auf was muss man beim Schreiben achten? Etc.
Nachdem Cluster gebildet wurden, erste Erinnerungen ausgetauscht waren und intensiv gegrübelt wurde, ging es ans Schreiben.
In separaten Räumen und an kleineren Tischen, an denen drei bis vier Jugendliche ungestört arbeiten können, lagen Papier und Schreibzeug bereit.
Als Aufgabe wurde gestellt, eine Kindheitserinnerung kurz zu skizzieren und aufzuschreiben, d.h. es sollte ein erster Entwurf entstehen und zu Papier gebracht werden. Hierfür hatten die Jugendlichen rund 30 Minuten Zeit.
Auch wenn diese Zeit recht kurz bemessen war, sind sehr schöne und interessante erste Entwürfe von Kindheitserinnerungen entstanden (siehe die Dokumentation dieser Texte unter www.berlinerkindheit/folgeprojekt/projektwoche).
Diese Texte wurden abschließend in einer gemeinsamen Präsentation vorgelesen (entweder von den VerfasserInnen selbst oder von der Moderatorin des Vormittags).
Eigene Kinderfotografien:
Um unterschiedliche Herangehensweisen auszuprobieren, waren zwei Klassen aufgefordert, auch eigene Kindheitsfotografien mit zu der Veranstaltung zu bringen. Verschiedene Möglichkeiten lassen sich mit dieser Vorgabe erproben. Zum einen kann man die Bilder benützen, um Geschichten hierzu zu schreiben. Dann dienen die Fotos dem unmittelbaren Schreibanlasss. Möglich ist aber auch, eine spielerische Variante anzuwenden, wie sie bei dieser Veranstaltungsreihe erprobt wurde (siehe 7. und 10. November 2006).
Hierbei wurden die Fotos der Jugendlichen am Anfang der Veranstaltung eingesammelt, um sie für die Homepage einzuscannen. Zum Einsatz kamen die Bilder dann am Ende der Veranstaltung. Während die Texte der SchülerInnen von der Moderatorin vorgelesen wurden (d.h. niemand wusste, von wem welcher Text stammt), versuchten die ZuhörerInnen, den gehörten Text einem der Kinderbilder zuzuordnen. Ein witziges Spiel, dass den Ernst der Präsentation etwas auflockert und zugleich die Texte mit Kindheits-Bildern illustriert.
Die Texte der Jugendlichen können nachgelesen werden unter: HYPERLINK "http://www.berlinerkindheit/kindheitsbilder" www.berlinerkindheit/kindheitsbilder/projektwoche.
Ein Modell der Leseförderung
Diese offene Idee des Folgeprojekts „Berliner Kindheit im zwanzigsten Jahrhundert“ greift noch einmal auf andere Weise den Aspekt des Schreibens über Kindheit auf . Sie kann mit Kindern und Jugendlichen der unterschiedlichsten Altersgruppen durchgeführt werden und erlaubt verschiedenste (künstlerische) Spielarten.
Diese Konzeption lässt sich sinnvoll ebenfalls auf andere literarische und künstlerische Schauplätze übertragen und sollte keinesfalls nur in Berlin Nachahmung finden.

