Zwei Workshops wurden im Rahmen des Projektes mit Berliner Kindern durchgeführt. Die Themenstellung für das Kinderprojekt lautete auch hier: Berliner Kindheit. Mit Einmalkameras ausgerüstet suchten die Kinder Kindheitsorte und eigene Porträts.
Es lag nahe, die Schule für das Projekt anzufragen, die Walter Benjamin selbst besucht hat, die heutige Joan-Miró-Grundschule in Berlin Charlottenburg. An den mehrtägigen Workshops haben Kinder einer fünften und einer sechsten Klasse teilgenommen.
Angeleitet wurden die Kinder von zwei Künstlerinnen, die diese Workshops durchführten.

Fotografische Dokumentation der Workshops

ProjektleiterInnen

Nelly Rau-Häring
Nelly Rau-Häring wählte zwei Kindheitsorte für ihren Workshop aus:
Das Schwimmbad (das Benjamin fürchtete) und den Zoologischen Garten, den er häufig besuchen konnte, da sein Vater Aktionär des Berliner Zoologischen Gartens war. An diesen Schauplätzen kindlicher Erlebnisse, machten die Kinder angeleitet, aber dennoch frei in der Motivwahl, ihre Aufnahmen mit Einmalkameras.
Die Kinder suchten unterschiedliche Perspektiven und erprobten ungewohnte Blickwinkel, so zum Beispiel mit Aufnahmen während des Sprungs vom Turm.
Auch ihre Foto-Knips-Safari spiegelt eindrucksvoll den kindlichen Blick auf die ausgestellte Tierwelt wieder. Theatral sind viele der Bilder gestaltet. Die große Spannung, die ihnen eingeschrieben ist, machen den faszinierten und gefesselten Blick der BeobachterInnen auf das fremde Gegenüber augenfällig.

Tanja Schmidt
Die bildende Künstlerin Tanja Schmidt konzentrierte sich in ihrem Workshop auf das Medium des Porträts und auf Kindheitsorte wie Verstecke, Lieblingsplätze und Sammlungen, die die Kinder zu Hause selbst aufnahmen. Ihre Workshop-Konzeption lehnte sich an Benjamins eigene (traumatische) Erfahrungen beim Fotografen an. Die heutigen Kinder hatten dagegen freie Hand bei der eigenen Porträt-Gestaltung, bei der sie auch einen ihrer Lieblingsgestände präsentieren. Das Konzept stellt auch Bezüge her zu Benjamins Philosophie des Sammelns, seine Überlegungen zu Lieblingsorten und Verstecken, wie man sie in der Berliner Kindheit wiederfindet.

Stephan Matthies
Lehrer an der Joan-Miró-Grundschule begleitete engagiert das Kinderprojekt und erstellte eine eigene Fotodokumentation.

Die Kinder der Joan-Miró-Schule:

Fotoprojekt 1:
Adrian Goessel, Ana Koerner, Jonas Marhoff, Leah Opitz,
Felix Wewerka aus der Klasse 6a der Joan-Miró-Grundschule

Fotoprojekt 2:
Hamudi Ali, Friedericke Barth, Christina Bendiek Laranjo,
Thor-Sten Bredow, Ndalu Dos Santos, Bastian Franke,
Ottilie Funk, Jasmin Issa, Anda Kasumaj, Eda Kircil,
Mark Koshelev, Nora Lindemann, Yelen Müller, Carla Rissmann Garcia-Valcárcel, Lucas Schroeder, Edgar Wisniewski
aus den 5. Klassen der Joan-Miró-Grundschule

Dokumentation

Berliner Kindheit im zwanzigsten Jahrhundert
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